[Interview] Mit der Autorin Lotte Maria Kaml

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Lotte Maria Kaml

Liebe Lotte,

Bettina´s Welt: Dankeschön das du dir heute Zeit nimmst, meine neugierigen Fragen zu beantworten.

Lotte: Sehr gerne! Ich bin schon gespannt was du von mir wissen willst.

Liebe Kinder,

Lotte gibt es praktisch zwei Mal. Vielleicht habt ihr auch Freunde die Zwillinge sind. Ist ganz schön verwirrend. 😀 Deshalb möchte ich gern wissen:

Wie ist es als Zwilling zu leben?

Es ist toll, eine Zwillingsschwester zu haben. Für uns ist das ganz normal, aber wir haben sicher eine engere Beziehung als andere Geschwister. Wenn es einer von uns nicht gut geht dann spürt die andere das sofort, auch aus großer Entfernung.

Seid ihr sehr unterschiedlich?

Wir werden heute noch manchmal verwechselt,  in unserer Kindheit  haben wir uns oft einen Spaß mit unserer Ähnlichkeit erlaubt. Mittlerweile haben wir uns jede für sich entwickelt. Die große Leidenschaft meiner Schwester ist das Fotografieren und meine das Schreiben. Aber in grundsätzlichen Dingen sind wir nach wie vor ein Herz und eine Seele und wir halten zusammen wie Pech und Schwefel.

Hast du Kinder?

Ich habe ein Patenkind. Jasmin ist gerade 5 Jahre alt geworden und ich habe ihr mein Buch „Geschichten aus dem Zauberwald“ gewidmet.

Du schreibst Kinderbücher die in einem Zauberwald spielen. Wie bist du auf die Idee gekommen?

Ganz einfach: Es gibt meinen Zauberwald wirklich! Unser Familienwald hat mich dazu inspiriert. Ich wollte immer schon fantasievolle Geschichten schreiben, mit Tieren und Pflanzen in der Hauptrolle.

Seit wann schreibst du?

Gerne geschrieben habe ich eigentlich so lange ich denken kann. In der Schule, dann beruflich und so nebenbei Gedichte für verschiedene Anlässe. Es war schon immer mein größter Wunsch eines Tages meine eigenen Bücher zu veröffentlichen.

Ist es sehr schwer Märchen für die Kinder zu schreiben?

Nein, ich liebe es! Ich brauche nur an meine eigene Kinderzeit  zu denken und an alles, was mich damals so fasziniert hat: Tiere, das Spielen in der Natur und die Freiheit der Gedanken. Einfach abtauchen in das Reich der Fantasie.

Wie sieht dein Schreib-Alltag aus?

Einen richtigen Schreib-Alltag gibt es bei mir nicht. Tagsüber fehlt mir die Zeit. Aber am Abend und oft bis tief in die Nacht sitze ich am Laptop und kann nicht mehr aufhören.

Gibt es wichtige Dinge die du für die kreative Phase brauchst?

Eigentlich nur Eines: Absolute Ruhe! Mit meinem Kater Maxi und leiser Musik (am Liebsten was Klassisches) werde ich zum Einsiedler.

Was sind deine nächsten Projekte?

Mein drittes Zauberwald-Buch ist in Arbeit. Außerdem schreibe ich an einem Manuskript für erwachsene Leser. Das große Thema vom Leben und Sterben der Menschen, außergewöhnliche Schicksale. Natürlich geht es auch dabei nicht ohne Wald, Natur und unsere tierischen Gefährten. Fantastische Geschichten mit Tiefgang sozusagen.

Könntest du dir vorstellen, gar nicht mehr zu schreiben?

Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Das Schreiben gehört einfach zu meinem Leben. Manchmal sitze ich am PC und die Sätze fließen wie von selber in die Tasten. Eine Geschichte oder ein Gedicht, das Ganze verselbstständigt sich irgendwie. Ob es einmal veröffentlicht wird oder nicht spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Es ist einfach meine Leidenschaft.

Hast du schon Lesungen gemacht?

Ja, in unserer Gemeindebücherei. Es war ein toller Abend! Niemals hätte ich mit so vielen Besuchern gerechnet, es gab zu wenig Sitzplätze und viele Zuhörer standen die ganze Zeit dicht gedrängt im Treppenaufgang. Ich liebe es, vor Publikum zu lesen. Es ist ein faszinierendes Gefühl die Menschen mitzunehmen in eine von mir erschaffene Fantasiewelt. Das hat was Magisches!

Wie bereitest du dich auf so eine Lesung vor?

Ich richte mich in erster Linie nach der Zeitvorgabe: Wie lange soll die Lesung dauern, wie viel Zeit ist für die Musik einzuplanen, usw. Danach kommt die Auswahl des gelesenen Textes, der schwierigste Teil. Dann drucke ich mir das Ganze aus, schaue auf die Uhr und lese laut, deutlich und laaaangsam (während ich mit den Blättern durch das Wohnzimmer spaziere), auf die richtige Betonung achtend meine Geschichten. Ich habe glücklicherweise keinerlei Lampenfieber und kann das Ganze richtig genießen.

Wohin würdest du gern gehen um ungestört schreiben zu können, oder Urlaub zu machen?

Am Liebsten dahin wo es wirklich ruhig ist. In ein Kloster zum Beispiel. So eine „Schreibkarenz“ ohne die Ablenkungen des Alltags wäre was Tolles. Urlaub machen würde ich gerne wieder mal in Italien, gerne in der Nähe von Venedig. Das ist meine Lieblingsstadt.

Hast du immer etwas zum Schreiben dabei?

Nein, nur mein Handy. Wenn ich etwas sehe das mich inspiriert  schreibe ich das einfach in die Notizen. Es sind oft die kleinen Dinge die man schnell wieder vergisst, aus denen aber interessante Geschichten entstehen.

Wenn du liest, was für Bücher magst du?

Das ist bei mir bunt gemischt. Natürlich die Klassiker der Literatur, interessante Biographien, außerdem bin ich ein Krimi-Fan.

Gibt es auch Autoren die du toll findest?

Ja, ich mag zum Beispiel Paolo Coelho, Gabriel Garcia Marques, Khalil Gibran, Marc Twain und  Agatha Christie sehr gerne. Aber die Liste meiner Lieblingsautoren ist ziemlich lang …

Wo kann man dich denn mal treffen?

Also am Einfachsten ist derzeit ein „Facebook-Treffen“ mit mir! Ansonsten bin ich ziemlich eingespannt und meine freien Abende widme ich – natürlich –  hauptsächlich dem Schreiben. Aber ich freue mich über neue Freunde mit denselben Interessen und den Austausch auf FB!

Das war ein tolles Interview. Schön von dir so viel Neues erfahren zu haben.

Dankeschön!

Lotte: Ich sage danke, es hat mir großen Spaß gemacht!

Von Lotte Maria Kaml sind erschienen:

www.amazon.de/Die-Pilger-aus-dem-Zauberwald

www.amazon.de/Geschichten-aus-dem-Zauberwald

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Falls ihr mehr über Lotte wissen wollt, dann besucht sie doch auf:

www.lottekaml.at

www.facebook.com/lotte.kaml

 Aber schnell Krümelchen, Flöckchen und Fusselchen sind auch schon los gelaufen in den Zauberwald. Die wollen das nämlich mit eigenen Augen sehen.

Interview von mir für Wien-International.at von Klaus Oberrauner

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Als der liebe Klaus Oberrauner mich fragte, ob er für http://www.wieninternational.at, ein Interview mit mir machen dürfte, könnt ihr euch nicht vorstellen, wie aufgeregt ich war. Das liegt eine Weile zurück. Seine Fragen waren toll und ich will euch das nicht vorenthalten.

Am 1.1.2015 zum Beginn dieses Jahres wurde es veröffentlicht.

Die Fragen von Klaus Oberrauner

1.) Stelle unseren Lesern das „Krümelchen“ vor.

“Krümelchen und seine Freunde” reisen um die ganze Welt.
Entdecken und erforschen, machen was ihnen gefällt.
Krümelchen geboren, aus einem Laib Brot.
Traf Flöckchen bald und geriet in große Not.
Eingesaugt und rumgewirbelt landeten sie im Sack.
Doch wollten sie da nicht bleiben.
Fusselchen und Herr Popcorn wussten Rat.
Gemeinsam streifen sie nun durch Wälder,
erkunden Städte und den Bodensee.
Auch Wien bereisten sie schon und
fanden es dort richtig schön!
Begleitet sie auf ihrer Reise,
es gibt noch so viel mehr zu sehen.

2.) Wie kamst du auf die Idee zum „Krümelchen“?

Ich lasse da mal Krümelchen für mich sprechen. Der kann das nämlich toll erzählen.
Hallo zusammen, darf ich mich vorstellen?
Ich heiße Krümelchen und bin 1 1/2 Jahre alt.
Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie aufregend meine Geburt war.
Was ich in meinen ersten Minuten alles erlebt habe war super toll!
Eine richtige Rettungsmission!
Die Idee zu mir, so erzählte mir Bettina, kam ihr beim Brot schneiden.
Ich sag euch so dicke Scheiben schneidet die da runter
– zeigt mit seinen Fäustchen circa 3 cm Breite an –
die bekommt man ja gar nicht in den Mund.
Das muss sie echt noch lernen.
Auf jeden Fall krümelte das Brot so sehr, das auf dem Brett ein paar von ihnen einfach so rum lagen.
Was für eine Frechheit! Sie sah sich die ganze Sache an und dachte:
Was könnte so ein Krümel erleben?
Da entdeckte sie mich, zwischen all den Anderen.
Damals hieß ich noch Krümel, Krümelchen gefällt mir aber viel besser.
Es war am gleichen Tag als sie mich zum ersten Mal zeichnete. Sie kann das genauso gut wie Brot von Hand schneiden, aber man konnte schon mal erkennen wie ich aussehen sollte.

3.) Was hat dich zu „Krümelchen in Wien“ inspiriert? Was erwartet in diesem „Abenteuer“ die „Krümelchen-Leser und „Krümelchen-Fans“? Wie würdest du den Leuten, die deine Geschichten noch nicht kennen, diese schmackhaft machen?

Inspiriert hat mich Karin Pfolz vom „Karina Verlag“. Sie ist Vorsitzende im Verein „Respekt für Dich“. Auch ich bin seit einiger Zeit Autorin gegen Gewalt, und war sehr glücklich als sie mich bat dieses Buch zu Gunsten der Kinder zu schreiben. Da der Verein seinen Sitz in Wien hat, war es für mich von vorn herein klar, dass dieses Buch in Wien spielen sollte, mit Karin als einer der Figuren. Auch überlegte ich mir was man in Wien so alles erleben und entdecken kann. Ich wollte es spannend gestalten. Denn in jedem von uns steckt doch ein kleiner Abenteurer. Egal ob Mädchen oder Junge. Es erwartet die Kinder ein Kinobesuch, ein Schulbesuch mit spannender Wendung, die Auflösung eines Falls, der Besuch des Praters und eine Gartenparty. Es ist für Jeden was dabei.

In meinen Krümelchen Geschichten geht es immer um das gemeinsame erleben und den respektvollen Umgang miteinander. Zusammen kann man alles schaffen. Egal was passiert, werden wirkliche Freunde einen nie im Stich lassen.

4.) Was ist für Dich das Besondere an Wien? Wie erlebst du die Stadt?

In Wien war ich zu meinem Bedauern erst zwei Mal. Doch ich sah etwas in dieser Stadt, was mich in den Bann zog. Wien ist eine Fundgrube aus alten Traditionen, neuer Zeit und viel Flair. Nicht nur die Kaffeehäuser, sondern auch die Gebäude, der Prater und so vieles mehr haben mich staunen lassen. Auch die Uhren gehen in Wien anders. Gemütlich, man nimmt sich Zeit um zu leben. Zeit um sich selbst zu finden. Sich auszuprobieren.

5.) Worin besteht die besondere Herausforderung, ein Buch für junges Publikum zu machen?

Dinge so zu erklären, dass es fünfjährige verstehen, aber auch achtjährige nicht sagen: ist das langweilig. Die Bilder zu suchen, die die Geschichte interessanter machen und nicht alles in einem erklärt. Deshalb bin ich so glücklich eine Illustratorin gefunden zu haben, die das so hervorragend kann. Wir haben nie über die Bilder gesprochen. Nie kam von mir, diese Szene müssen wir bildlich darstellen. Nein, sie hat ein wunderbares Gespür welche Szenen ich selbst aussuchen würde. Wir verstehen uns ohne Worte.

6.) Wie könnte man, deiner Meinung nach, mehr Lesefreude wecken?

Lesefreude zu wecken ist nicht leicht. Was hilft ist wenn Mama oder Papa auch lesen. Oder man den Opa sieht wie er in einem Buch liest. Manches Kind fragt dann: Was liest du da? So wird das Interesse geweckt. Meine Tochter liest sehr viel, was wohl damit zu tun hat, das ich ungefähr 600 oder mehr Bücher besitze. Sie selbst begeisterte sich schon früh für Bücher. Bei uns in Stuttgart gibt es Lesepaten, die Kindern in Büchereien vorlesen, oder in Kindergärten. Kinder sind gute Zuhörer und hinterfragen viel. Da gilt es spannend vorzulesen und es auch mit Gestik und Mimik zu unterstreichen. Ich denke das der Gang in die Bücherei und das Stöbern in den vielen Büchern sicher, das eine oder andere Kind dazu animiert, Bücher auszuleihen. Was mir auch wichtig ist war immer das Lisa sich selbst entscheiden konnte. Nie hab ich gesagt dafür bist du schon zu alt. Das hätte sie eingeschränkt. Sobald sie schreiben konnte, bekam sie ihren eigenen Büchereiausweis, den sie selbst unterschrieb. Stolz erzählte sie es jedem, und die positive Resonanz zeigte ihr das sie da was ganz tolles tat. Nämlich Lesen!

7.) Mit welchen aktuellen Projekten bist du befasst?

Mehrere Ideen kreisen gerade in meinem Kopf herum. Krümelchen Band 3 kommt nächstes Jahr und ich denke auch über andere Geschichten, im Erwachsenen Bereich nach. Ich habe dieses Jahr einiges geschafft und veröffentlicht, wahrscheinlich fällt es mir deshalb so schwer mich für ein Projekt zu entscheiden.

8.) Wenn man an der Kultur spart, dann….?

…könnte es sein das man immer öfter vor kleinen Theatern, Kinos, Buchläden steht, in denen nichts anderes mehr ist als Leere, Staub und Spinnweben. Die Fülle von Vielfalt würde so verloren gehen. Ich bin froh dass ich einen kleinen Laden in Stuttgart gefunden habe, der dazu einlädt in Büchern zu schmökern, an Lesungen oder Theaterstücken teilzuhaben, einen Kaffee zu trinken, sich zu unterhalten, kleine Geschenke zu kaufen, oder eine neue Bluse anzuprobieren. Dieser Laden ist der Inbegriff von Vielfalt und ein wahrer Schatz in unserer schnelllebigen Zeit.

9.) Welches Leseerlebnis ist dir als besonders beeindruckend in Erinnerung geblieben?

Barbara Wood – „Rote Sonne, Schwarzes Land“
Hermann Hesse – „Siddhartha“
Klaus-Peter Wolf – „Ostfriesenmoor“
Iny Lorentz – „Dezember Sturm“
Christian Jacq – „Ramses I-V“
Um hier nur einige zu nennen.

 

Euch lieben Lesern, wünschen wir von Herzen, Frohe Festtage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Mögen für euch die kommenden 365 Tage voller Freude, Lachen, Glück und Sonnenschein sein. Habt eine wundervolle Zeit!

Danke für dieses großartige Interview lieber Klaus!

Es verabschieden sich für heute, auf der Suche nach neuen Abenteuern:
Krümelchen, Flöckchen, Fusselchen und Bettina

Aus den Fragen hat Klaus einen wirklich tollen Beitrag gestaltet.

Schaut selbst:

https://www.wieninternational.at/de/aktuell/mit-einem-brot-kruemelchen-nach-wien-de

Seine Bücher findet ihr hier:

www.amazon.de/Klaus-Oberrauner



[Interview] Autorin Janika Hoffmann – „Drachenkralle“

Mit lieber Genehmigung von Jannika Hoffmann

Mit lieber Genehmigung von Janika Hoffmann

Auf der Buchmesse Essen, trafen meine Tochter Lisa und ich, eine sehr sympatische Janika Hoffmann. Freundlich strahlend nahm sie sich Lisa an und zeigte ihr die Bücher. Lisa war hin und hergerissen von dem tollen Stand vom „Verlag 3.0“. Sie konnte sich einfach nicht entscheiden, welches nun nach Hause mitgenommen werden sollte. Am Ende entschied sie sich für zwei.

Eins davon war Janika Hoffmann´s „Drachenkralle“! So nahm ich es zum Anlass die liebe Janika um ein Interview zu bitten.

Und hier kommt es.

Viele meiner Leserinnen & Leser kennen dein tolles Buch und dich bisher noch nicht. Könntest du dich bitte kurz vorstellen?
Eine Autorin zu fragen, wer sie ist, ist immer eine etwas schwierige Frage. Wenn ich schreibe, kann ich mich in so viele verschiedene Figuren hineinversetzen, kann so viel bewirken, erschaffen, geschehen lassen … und ansprechbar bin ich dann grundsätzlich nicht! 😉
Schreibtechnisch bin ich hauptsächlich bin ich in verschiedenen Bereichen der Fantasy unterwegs. Meine aktuelle Trilogie befasst sich hauptsächlich mit Drachen.
Im wahren Leben bin ich `95 geboren, habe dieses Jahr mein Abitur gemacht und beginne gerade mit einem Journalismusstudium in Hamburg. Ich teile meine Wohnung mit über 700 Büchern, bin ein absoluter Tiermensch und eine Naschkatze.

Seit wann schreibst du?
Eigentlich waren schon immer die fantasievollsten Geschichten in meinem Kopf. Zumindest kann ich mich nicht erinnern, dass es jemals anders war. Mit zwölf Jahren habe ich dann begonnen, auch etwas niederzuschreiben. Mein erstes Projekt nahm eineinhalb Jahre Schreibzeit in Anspruch. Im März 2013 ist es dann als mein Debütroman erschienen, und der Verlag hat sich direkt die ganze Trilogie gesichert.

Wie entsteht bei dir eine Geschichte?
Das ist immer verschieden. Wenn ich eine Kurzgeschichten-Ausschreibung sehe, die mich interessiert, grübele ich meist über den Ausschreibungstext und warte, bis es bei irgendeinem Gedankenfetzen „Klick“ sagt.
Außerdem habe ich dasselbe Luxusproblem wie viele andere Autoren: Ich habe viel mehr Ideen, als ich verarbeiten kann. Es kann ein Wort sein, dass den Ausschlag gibt, ein Gedankenfetzen, Musik oder irgendetwas Anderes. Manchmal weiß ich selbst nicht, was passiert, aber plötzlich schießt es mir in den Kopf. Eine Idee, eine Szene, manchmal auch nur die Ahnung einer Figur. Das muss ich dann ganz schnell und hektisch festhalten, bevor ich es vergesse, oder ich will es andersherum verdrängen und lässt mich nicht mehr los.

Wenn ich mich an eine neue Geschichte zum schreiben setze, brauche ich zunächst einmal Namen. Ohne die geht nichts. Anschließend lasse ich das Kopfkino ein wenig laufen, notiere stichpunktartig die dabei entstehenden Szenen und alles, was ich sonst schon weiß. Daraus bastele ich mir dann das zusammen, was ich brauche: Meinen Anfang, das ungefähre Ende und einige wichtige oder prägnante Wegpunkte in der Mitte. Alles Andere lasse ich beim Schreiben auf mich zu kommen. Die Geschichte muss noch den Raum haben, mich selbst zu überraschen.
Wie viele Szenen ich bereits im Vorwege skizziere, hängt zum Beispiel davon ab, welche Thematik die Geschichte behandelt oder ob bereits irgendein Verlag Interesse angekündigt hat oder ich es wirklich erst einmal nur für mich schreibe.

Wer ist dein Vorbild / Lieblingsautor?
Ein wirkliches Vorbild habe ich nicht. Was brächte es mir, genauso zu sein wie jemand, den es schon gibt? Es gibt ein paar Dinge, die andere Autoren erreicht haben, von denen ich denke: Das will ich eines Tages auch schaffen. Meistens gucke ich dann, wie viel älter die Person ist, und sage mir: „In x Jahren hast du das auch erreicht.“ Ob es klappt, kann ich noch nicht sagen, das erste Datum läuft erst ab. Aber ich bin zuversichtlich.

Welche drei Dinge dürfen beim Schreiben auf keinen Fall fehlen?
Knabberkrams, Trinken und Kollegen. Nein, ehrlich: Ich habe abwechselnd Lust auf Weingummi, Schokolade und Chips, und ich trinke am meisten, während ich tippe. Außerdem liebe ich es, gleichzeitig mit Freunden zu schreiben. Ob sie neben mir sitzen oder wir uns virtuell treffen, ist relativ egal. Hauptsache ich weiß, dass da noch andere Leute sind, die wie ich gerade an ihren Welten basteln.

Was für Pläne hast du dir dieses Jahr gesteckt?
Die erste Hälfte des Jahres stand hauptsächlich im Zeichen der Schule. Ich habe mir vorgenommen, einen Studienplatz zu finden, das Abi zu schaffen und in meine erste Wohnung zu ziehen. Das hat alles geklappt, und ich habe es absichtlich in dieser ungewöhnlichen Reihenfolge geschrieben, da das die Reihenfolge war. Naja, eigentlich hatte ich die Wohnung sogar schon vor der mündlichen Prüfung, aber sicher war es erst einen Tag nach dem Abiball.
Das zweite Halbjahr steht aktuell ganz im Zeichen der Drachenkralle-Trilogie: Band 1 muss für eine zweite, erweiterte Auflage fertiggemacht werden, Band 2 benötigt eine letzte Überarbeitung, bevor er in ein paar Monaten erscheint, Band 3 will geplant werden, damit die Schreibarbeiten bald beginnen können. Davon abgesehen muss ich mich ins Studentenleben einfinden und sehen, ob Studium und Schreiben ebenso gut miteinander vereinbar sind wie Schule und Schreiben.
Diese Phase ist der Beginn einer schreibtechnisch sehr ausgefüllten Zeit. Auf aktuell 9 Monate hin bin ich schreibtechnisch sehr dicht verplant. Das ist neu für mich und noch sehr ungewohnt, aber auch ein gutes Gefühl.

Was ist dein größter Traum?
Ich habe viele Träume, die abwechselnd dominieren. Momentan freue ich mich sehr darauf, nächstes Jahr hoffentlich als Auslandssemester nach Südafrika zurückkehren zu können, wo ich das letzte Mal vor fast 14 Jahren war.

Wohin würdest du dich am Liebsten zurückziehen?
Wieder Südafrika. Ich sehne mich seit vielen Jahren danach, wieder dorthin zurückkehren zu können.
Auf Deutschland beschränkt ist mein Rückzugsort zugleich ein Treffpunkt: Ich liebe es, mehrmals im Jahr zu Messen und Conventions zu fahren und dann immer für ein paar Tage in einer „Autoren-WG“ mit Freunden und Bekannten zu wohnen. Es ist unglaublich toll, rundum von Leuten umgeben zu sein, die dahingehend genauso verrückt sind wie man selbst.

Was brauchst du um dich wohl zu fühlen und dich aufs Schreiben konzentrieren zu können?
Den Knabberkrams habe ich weiter oben ja schon erwähnt, außerdem habe ich es gerne warm und kuschelig. Wenn ich nicht gerade in der Bahn sitze (der so ziemlich einzige Anlass, bei dem ich gleichzeitig Musik hören und schreiben kann), darf es keine Ablenkungen geben. Wenn dauernd draußen Martinshörner erklingen, die Nachbarskinder lautstark toben oder mal wieder eine rollige Katze ihre Verehrer um die Häuser führt, kann das schon stark an meiner Konzentration zehren.

Schreibblockade – was tust du dagegen?
Das kommt immer darauf an. Wenn es einfach nur eine chronische Ermüdung ist oder das Projekt mir zum Hals raus hängt und sich sperrt, gewinne ich erst einmal ein wenig Abstand, um die Akkus wieder aufzutanken. Wenn ich dagegen motivationslos bin, weil ich an mir zweifle oder die Geschichte nicht so toll klingt, wie ich sie im Kopf habe, suche ich kollegiale Gesellschaft. Ein paar Freunde und ich sind mittlerweile geübt darin, uns bei diesen unregelmäßigen Jammerkrisen gegenseitig aufzumuntern und wieder auf die richtige, pardon: kreative Bahn zu bringen.

Was für ein Genre liest du selbst am liebsten?
Die meisten der Bücher in meiner Wohnung sind ebenfalls phantastisch, in verschiedenem Grad. Ich mag die Abwechslung, ab und zu schiebe ich auch mal einen Katzenkrimi oder so dazwischen.

Schreibst du auf dem Laptop /Computer oder doch mit Papier und Bleistift?
Meistens schreibe ich direkt auf dem Laptop. Wenn ich unterwegs bin oder mich nachts eine Idee aufweckt, habe ich ein Notizbuch und Stifte bei mir, aber das Problem daran ist, dass ich nicht gerne abtippe. Ich brauche Ewigkeiten dafür, neige dazu, alles gleich viermal neu zu formulieren – und wenn ich dann beim nächsten Mal erst das, was bereits abgetippt ist, lang und breit durchstreiche, werde ich immer so entgeistert angesehen.

Was möchtest du deinen Lesern sagen?
Danke, dass ihr da seid. Es ist mir wichtig, euch mit meinen Geschichten zu erreichen und in fremde Welten zu entführen. Wenn ich dann tolle Rezensionen und ab und zu sogar Fanpost sehe oder mitkriege, dass mein Debüt auf verschiedenen Listen ganz oben mit dabei ist, freue ich mich total. Letztes Jahr habt ihr mich sogar unter die letzten vier Nominierten des HomBuch-Preises in der Kategorie Fantasy gebracht, das war unbeschreiblich. Nun sind die Voting-Seiten gerade wieder offen und ich bin sehr gespannt, ob ich mich in euren Augen vielleicht gesteigert habe.
Bleibt so, wie ihr seid, und denkt bitte immer daran, dass fast jeder Autor sich tierisch über Rückmeldung und Bestätigung freut!

Liebe Janika,

vielen Dank für dieses wundervolle Interview. Toll das dich meine Leser und ich selbst nun besser kennen. Es hat großen Spaß gemacht.

Euch hat jetzt die Lust gepackt „Drachenkralle“ von Janika Hoffmann zu lesen dann klickt auf den Link der führt euch direkt in die Welt der Fantasie.

©Bettina Lippenberger

©Bettina Lippenberger

Drachenkralle: Die-Klaue-des-Morero

Das reicht euch noch nicht und ihr wollt mehr erfahren, dann besucht sie unter diesem Link.

Homepage von Janika Hoffmann

Sie wird sich riesig freuen.